Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Betrieb von Drohnen.

Ich habe mir im Kaufhaus eine kleine Drohne mit Kamera gekauft. Was mache ich als erstes?
Es lohnt sich, in Ruhe die Gebrauchsanweisung zu studieren und sich mit dem Modell vertraut zu machen. Die ersten Flüge sollten unbedingt auf einer Wiese stattfinden, wo weder Menschen noch Tiere gefährdet werden können. Drohnen sind kein Spielzeug! Bei unsachgemässer Behandlung kann es zu Verletzungen und zur Gefährdung Dritter kommen!
Ich habe meine Drohne im Griff. Darf ich damit nun im Quartier umherfliegen und mein Haus filmen?
Grundsätzlich ja. Ferngesteuerte Drohnen benötigen keine Bewilligung, wenn sie unter 30 Kilogramm wiegen und der Pilot sein Modell jederzeit auf Sicht steuert. Diese Voraussetzungen treffen praktisch auf alle Drohnen zu, die zu Hobbyzwecken im Warenhaus oder über das Internet bestellt werden. Gerade in Wohnquartieren gilt es aber, unbedingt den Schutz der Privatsphäre zu beachten. Es schätzt kein Nachbar, wenn über seinem Garten eine Drohne schwebt! Am besten fliegen Sie mit ihrem Multikopter dort, wo Sie niemanden belästigen. Zudem gilt es immer zu beachten, dass einzelne Kantone oder Gemeinden weitergehende Einschränkungen vornehmen können.
Ich möchte gerne meine Drohne für Filmaufnahmen in der Natur verwenden. Darf ich das?
Grundsätzlich ja, für Landschaftsaufnahmen benötigt es keine Bewilligung durch das BAZL, sofern die Drohne mit Sichtkontakt geflogen wird. Auch hier gilt es, den Schutz der Privatsphäre zu beachten und Rücksicht auf die Umwelt, z.B. Vogelschutzzonen, zu nehmen. Nicht statthaft sind zudem Filmflü- ge über militärischen Anlagen.
Dann kann ich also mit meinem Multikopter überall und so hoch fliegen, wie ich will?
Nein, ganz so einfach ist es nicht. Das Gesetz schreibt vor, dass im Umkreis von 5 Kilometern um zivile und militärische Flugplätze ohne Bewilligung durch den Flugplatzleiter oder die Flugsicherung Skyguide keine Modellflugzeuge oder Drohnen betrieben werden dürfen. Um jeden grösseren Flug- platz gibt es zudem eine sogenannte Kontrollzone (CTR), die einen grösseren Radius als 5 Kilometer aufweist. In dieser Kontrollzone dürfen Drohnen und Modellflugzeuge nur bis 150 Meter über Grund geflogen werden. Ausserhalb dieser Zonen gilt es zu bedenken, dass ab einer Höhe von 150 Metern über Grund über unbewohntem und 300 Metern über bewohntem Gebiet auch manntragende Flugzeuge oder Helikopter anzutreffen sind. Diese haben kaum eine Chance, eine Drohne oder ein Modellflugzeug rechtzeitig zu erkennen und können daher kaum ausweichen.
Es gibt doch so coole Videobrillen, wo ich direkt sehen kann, was meine Kamera live filmt. So kann ich doch auch meine Drohne fliegen?
Nein, dafür braucht es eine Spezialbewilligung des BAZL. Ohne diese mache ich mich strafbar, wenn ich eine Drohne ausserhalb meiner Sichtweite fliege. Ich darf aber mit einer Videobrille fliegen, wenn sich die Drohne innerhalb meiner Sichtweite befindet und ein neben mir stehender zweiter Pilot jederzeit die Steuerung übernehmen könnte. Bei der neuen Sparte First Person View (FPV-Racing) finden die Rennen in sehr geringer Höhe statt, wodurch eine Gefährdung anderer Luftfahrzeuge unwahr- scheinlich ist.
Darf ich meine autonom fliegende „Selfie-Drohne“ in der Schweiz benutzen?
Gesetzlich gibt es kein Verbot von autonom fliegenden Drohnen. Der Benutzer muss diese aber stets in Sichtkontakt haben und muss bei einer Gefahrensituation in der Lage sein, in die „Steuerung“ einzugreifen und die Drohne zur Landung zu bringen. Dennoch gilt es beim Einsatz solcher neuartiger Geräte einige Regeln zu beachten:
  • Drohnen mit einem Gewicht von mehr als 500 Gramm dürfen nicht über einer Menschenmenge geflogen werden.
  • Der Benutzer muss stets Sichtkontakt zur Drohne haben. Das heisst, dass die gerade bei Sportlern beliebte „Verfolgungsfunktion“ nur gestattet ist, wenn eine zweite Person Sichtkontakt zur Drohne hat und bei einem Problem einschreiten könnte.
Auch hier gilt der gesunde Menschenverstand: Mit meiner Drohne darf ich weder andere Menschen noch Tiere gefährden. Für eine dichtbefahrene Skipiste ist die Helmkamera noch immer die bessere Variante. Bin ich dagegen alleine oder in einer kleinen Gruppe unterwegs, kann eine „Selfie-Drohne“ eingesetzt werden. Oder noch besser: man geniesst die Schönheit und Ruhe der Natur auch einmal ohne elektronische Gadgets.
Nächste Woche heiratet mein Bruder. Ich würde gerne die Hochzeitsgesellschaft von oben filmen. Darf ich das?
Nein. Seit der Gesetzesrevision vom 1. August 2014 gilt neu eine Bewilligungspflicht für das Überfliegen grösserer Menschenansammlungen, z.B. bei einem Fest, einem Umzug oder einer Sportveranstaltung. Auch wenn Hobby-Drohnen zusätzlich zur Fernsteuerung mit GPS versehen sind, können sie ausser Kontrolle geraten und andere Personen gefährden. Ohne Bewilligung dürfen Sie daher Ihre Drohne nur bis maximal 100 Meter Entfernung von einer Menschenansammlung betrieben.